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Der Ruf der Schildkörte, Teil 2
Brennende Ufer
von Sahrah Rubal
Hardcover A5, 480 Seiten
ISBN: 978-3-940528-92-6
Preis 19,90 € (inkl. gestzl. MwSt)

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Rezension "Magazin für Amerikanistik" - 01 / 2011

Dieses Buch erzählt die Geschichte von Marianne und Regina, die gemeinsam mit den Heldinnen des ersten Teils "Der Ruf der Schildkröte" 1755 von Indianern im Grenzgebiet von Pennsylvania entführt wurden. Bereits am Anfang ihrer abenteuerlichen Reise werden sie von zwei Familien des Stammes an Stelle ihrer verstorbenen Töchter adoptiert.

Ihre Erinnrungen verblassen, je mehr sie zum Teil des um sein Überleben kämpfenden Volkes der Lenape werden. Sie vergessen ihre Muttersprache und ihre Namen, und sie vergessen ihre Eltern. Regina kann sich nur die Erinnerung an die Gebete bewahren, die sie mit ihrer Mutter gesprochen hat. Insgesamt aber werden Marianne und Regina ganz und gar Teil der Kultur der Waldland-Indianer und teilen deren Schicksal.

Nach dem Ende des 7-jährigen Krieges müssen die unterlegenen Indianer Demütigungen und Vertreibungen hinnehmen, doch in den dichten Wäldern im Norden regt sich Widerstand gegen den endgültigen Untergang der indianischen Kultur.

Pontiac, einem erfahrenen Krieger aus dem Stamm der Ottawa gelingt es, die unterschiedlichen und miteinander verfeindeten Stämme des Nordens und des östlichen Waldlandes zu vereinen. Seine Pläne werden durch die Weissagungen Neolins, eines Lenape-Propheten, unterstützt. Pontiac und seinen Verbündeten gelingt das Unmögliche: In einem Überraschungsangriff nehmen sie mehrere englische Forts ein. Sie belagern Fort Pitt und Fort Detroit.

Einfühlsam führt die Autorin dieses voluminösen aber auf keiner Seite langweiligen Romans die handelnden Charaktere ein. Sie zeichnet plastisch und blutvoll lebendige Menschen, die in einem zerrissenen Land, in einer aufwühlenden Zeit auf unterschiedliche Weise ihr Leben in die Hände nahmen. Ob mit glücklichem oder tragischem Ausgang, so wie das Leben nun einmal ist. So war es vor zweihundert Jahren, so ist es noch immer. Der einzelne Mensch kann selten darüber entscheiden, in welche Situation und welches Umfeld er gestellt wird und sein Leben meistern muß.

Das Werk enthält viele historische Namen. Die Autorin weist in einem ausführlichen Nachwort ausdrücklich darauf hin, daß sie deren Darstellung mit schriftstellerischer Freiheit vorgenommen hat.
Zwar ist dieses Buch daher kein historischer Roman, aber er spielt vor historischem Hintergrund. Die Kulisse bilden Ereignisse, die stattgefunden haben und die Gestalt Nordamerikas maßgeblich beeinflußten. Spannende Lektüre, informativ und unterhaltsam. Was will man mehr?

Dietmar Kügler

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Rezension "AmerIndian Research" - 03 / 2011

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