zur Startseite
 


Moondancer, Flucht in die Hoffnung
von Astrid Gavini
Hardcover A5, 648 Seiten
ISBN: 978-3-940528-35-3
Preis: 38,60 € (inkl. gestzl. MwSt)

Autorenhomepage >>

jetzt online kaufen >>

im Buch blättern >>

Rezension "Amerindian Research" - Heft 2 / 2009

Der Gedanke, ein Buch über die Diskriminierung der Indianer zu verfassen, beschäftigte Astrid Gavani schon seit Anfang der 70er Jahre. Die Vorfälle in Pine Ridge 1973, die mit der Besetzung von Wounded Knee ihren Höhepunkt erreichten, legten somit auch den Ort der Handlung fest, an dem ihre Geschichte angesiedelt sein sollte.
In den folgenden fast 3 Jahrzehnten sammelte sie zahlreiche Informationen, sie wurde Mitglied einer AIM Support Group in Deutschland und erhielt somit viele Einblicke in die Zustände in der Pine Ridge Reservation. Auf einer USA Reise traf sie Indianer und war von deren Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit begeistert.
Prall gefüllte Aktenordner ihrer ausgiebigen handschriftlich aufgezeichneten Recherchen waren die Folge. Ihr Sohn machte sich auf die Suche nach einem Verlag, der es ermöglichte, letztendlich daraus ein Buch zu veröffentlichen.
Peter Marsh vom Persimplex-Verlag war bereit dieses Projekt zu verwirklichen.
Der erste Entwurf der Geschichte wurde digitalisiert, musste noch überarbeitet und um die Hälfte gekürzt werden, und mit 640 Seiten ging das umfangreiche Werk schließlich in Druck.
" Moondancer" war geboren: Astrid Gavini schickt darin die deutschen Geschwister Oliver und Elisa auf die Reise zu Verwandten in die USA der 70er Jahre – nach Süd Dakota. Dort treffen sie auf eine vom US-Patriotismus geprägte Familie. Kaum angekommen, werden sie von einer Touristenattraktion zur nächsten geführt. Dort will man den beiden sein Weltbild vermitteln. Hinzu kommen Gesellschaftsfeiern mit ebenso patriotischen Gästen. Zusammen mit den durchorganisierten "Nobelabenteuerausflügen" auf die Ferienressorts der Verwandtschaft lösen sie einen Kulturschock bei den Geschwistern aus. Es kommt zu heftigen Reibereien, besonders Elisa kann den Zynismus kaum verkraften. Als Oliver und Elisa schließlich auf die Lakota-Sioux in der Pine Ridge Reservation stoßen, fühlen sie sich mit ihnen gleich verbunden, und die feinfühlige Elisa findet hier schließlich ihre Bestimmung...
Sie lernen Kultur, Spiritualität und den Kampf um das tägliche Überleben der Lakota kennen. Astrid Gavini schildert den Aufstand des American Indian Movement (AIM) und den vorherrschenden Rassismus in Süd Dakota sehr authentisch. Das Buch liest sich wie ein "non fiktion" – auf Tagebuchaufzeichnungen der Geschwister, sowie der Indianer Pat Yellow-Hawk und Tony Running-Deer beruhendes Zeitzeugnis. Einiges wirkt überzeichnet, aber die Autorin beteuert, alles anhand realer Ereignisse in ihren Aufzeichnungen belegen zu können. Astrid Gavini hat Änderungen abgelehnt, ein schonungsloses und knallhartes Buch wollte sie vorlegen.
Das ist ihr gelungen. Wer meint, inzwischen alles gelesen zu haben über die Geschichte der Lakota in den Siebzigern, der wird hier viele neue Informationen finden.
Nicht nur das Buchcover von "Moondancer" ist von der Autorin selbst illustriert, sondern inzwischen sind auch viele Bücher beim Persimplex-Verlag von ihr mitgestaltet worden.
Auch auf ein weiteres Werk der Autorin kann man sich freuen, es ist für Ende 2009 angekündigt.

  top
  zurück zu Rezensionen >>
slices/bg_paper02a_10.jpg
zum Anfang