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Geistertanz - Wounded Knee 1890
von Alfred Wallon
Hardcover A5, 201 Seiten
ISBN 978-3-940528-10-0
Preis: 22,60 € (inkl. gestzl. MwSt)

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Rezension "Magazin für Amerikanistik" - Heft 01 / 2008

Das Massaker am Wounded Knee ist sicherlich eine der tragischsten Episoden der sogenannten "Indianerkriege". Es stellt gewissermaßen den Endpunkt der Unterwerfung der Sioux-Nation dar und markiert auch das Ende der Geistertanz-Religion, die eine friedliche, spirituelle Bewegung war und von Militärs und Beamten der Indianerbehörde als Vorspiel für einen neuen gewaltsamen Aufstand gesehen wurde. Die Zeche für dieses fatale Missverständnis zahlte die Gruppe von Big Foot, die am Wounded Knee niedergemetzelt wurde. Zuvor war schon der größte Lakota-Führer des 19. Jahrhunderts, Sitting Bull, auf Standing Rock beseitigt worden. Diese tragischen Ereignisse, die Marksteine der neueren indianischen Geschichte sind, hat Alfred Wallon, ein erfahrener Western-Autor, thematisiert und zu einer packenden Romanhandlung verdichtet.

In flüssigem, sicherem Stil lässt er die dramatischen Vorfälle lebendig werden. Fakten, Zahlen, Daten erhalten Gesichter, werden mit menschlichen Emotionen versehen, atmen plötzlich Leben.

Die Thematik der Geistertanz-Bewegung und ihre Folgen sind ein komplexes, ein vielschichtiges Thema. Wallon hat sich die wichtigsten Ereignisse herausgegriffen und daraus eine schlüssige, spannend zu lesende Geschichte gemacht.

Was sich in jenem Winter 1890/91 auf den Plains von South Dakota abgespielt hat wird nie vergessen werden und immer weitere Generationen von Menschen bewegen, die sich dafür engagieren, dass fremde Kulturen ihr Recht auf Existenz haben und Menschen immer, egal welchem kulturellen Hintergrund sie angehören und egal, welche Hautfarbe sie haben, ein Recht auf ihre Lebensweise haben und niemals von anderen Menschen aufgrund ihres Andersseins bedrängt oder vernichtet werden dürfen. Wounded Knee war ein Schlüsselereignis der amerikanischen Geschichte, und die Tatsache, dass einige Soldaten, die an dem Massaker beteiligt waren, mit Tapferkeitsmedaillen belohnt wurden, lässt die Nachfahren der Opfer noch heute keinen Frieden finden.

Der Mord an Sitting Bull, durch den Indianeragenten McLaughlin eingefädelt, spaltet bis heute die Familien auf Standing Rock; denn die Nachkommen seiner Anhänger stehen den Nachfahren der damaligen Indianerpolizisten noch immer mit Misstrauen und Feindschaft gegenüber. Geschichte lebt, vor allem im Indianerland, wo Vergangenheit und Gegenwart ein fließender Prozess sind.

Alfred Wallon hat ein packendes Buch gegen das Vergessen geschrieben.

Dietmar Kuegler

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Rezension "Oberhessischen Presse" - 12.04.2008

Der Wilde Westen. Kaum ein amerikanischer Mythos ist klischeehafter, kaum eine andere Epoche in der Geschichte der Vereinigten Staaten verklärter und verfälschter als die Besiedlung des nordamerikanischen Westens.

Gute Cowboys, böse Indianer, böse Soldaten, gute Indianer, je nachdem. Im Spagat zwischen historischer Authentizität und fesselnder Romanhandlung hat der aus Ebsdorfergrund stammende Alfred Wallon seinen "Geistertanz" angelegt, dessen Untertitel auf das Massaker von Wounded Knee in Süddakota hinweist.

Der gelernte Industriekaufmann Wallon startete seine Autorenkarriere im Genre der Heftromane - ein Terrain, das er inzwischen weit hinter sich gelassen hat. Mit dem Anspruch möglichst exakter geschichtlicher Recherche hat er für "Geistertanz" Zeitzeugenberichte studiert und die US-Geschichtsbücher des späten 19. Jahrhunderts gewälzt.

Mittlerweile ist Wallon Mitglied der US-Schriftstellervereinigung "Western Writers of America" - und plant die Veröffentlichung seines nächsten historischen Indianerromans: Im Herbst dieses Jahres, pünktlich zur Frankfurter Buchmesse, erscheint "Mangas Coloradas".

Carsten Beckmann


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