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Rezension "Magazin
für Amerikanistik" - Heft 01 / 2008
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Das
Massaker am Wounded Knee ist sicherlich eine
der tragischsten Episoden der sogenannten "Indianerkriege".
Es stellt gewissermaßen den Endpunkt der
Unterwerfung der Sioux-Nation dar und markiert
auch das Ende der Geistertanz-Religion, die eine
friedliche, spirituelle Bewegung war und von Militärs
und Beamten der Indianerbehörde als Vorspiel
für einen neuen gewaltsamen Aufstand gesehen
wurde. Die Zeche für dieses fatale Missverständnis
zahlte die Gruppe von Big Foot, die am Wounded
Knee niedergemetzelt wurde. Zuvor war schon der
größte Lakota-Führer des 19.
Jahrhunderts, Sitting Bull, auf Standing Rock
beseitigt worden.
Diese tragischen Ereignisse, die Marksteine der
neueren indianischen Geschichte sind, hat Alfred
Wallon, ein erfahrener Western-Autor, thematisiert
und zu einer packenden Romanhandlung verdichtet.
In flüssigem, sicherem Stil lässt er
die dramatischen Vorfälle lebendig werden.
Fakten, Zahlen, Daten erhalten Gesichter, werden
mit menschlichen Emotionen versehen, atmen plötzlich
Leben.
Die Thematik der Geistertanz-Bewegung und ihre
Folgen sind ein komplexes, ein vielschichtiges
Thema. Wallon hat sich die wichtigsten Ereignisse
herausgegriffen und daraus eine schlüssige,
spannend zu lesende Geschichte gemacht.
Was sich in jenem Winter 1890/91 auf den Plains
von South Dakota abgespielt hat wird nie vergessen
werden und immer weitere Generationen von Menschen
bewegen, die sich dafür engagieren, dass fremde
Kulturen ihr Recht auf Existenz haben und Menschen
immer, egal welchem kulturellen Hintergrund sie
angehören und egal, welche Hautfarbe sie haben,
ein Recht auf ihre Lebensweise haben und niemals
von anderen Menschen aufgrund ihres Andersseins
bedrängt oder vernichtet werden dürfen.
Wounded Knee war ein Schlüsselereignis der
amerikanischen Geschichte, und die Tatsache, dass
einige Soldaten, die an dem Massaker beteiligt
waren, mit Tapferkeitsmedaillen belohnt wurden,
lässt die Nachfahren der Opfer noch heute
keinen Frieden finden.
Der Mord an Sitting Bull, durch den Indianeragenten
McLaughlin eingefädelt, spaltet bis heute
die Familien auf Standing Rock; denn die Nachkommen
seiner Anhänger stehen den Nachfahren der
damaligen Indianerpolizisten noch immer mit Misstrauen
und Feindschaft gegenüber. Geschichte lebt,
vor allem im Indianerland, wo Vergangenheit und
Gegenwart ein fließender Prozess sind.
Alfred Wallon hat ein packendes Buch gegen das
Vergessen geschrieben.
Dietmar Kuegler
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Rezension "Oberhessischen
Presse" - 12.04.2008
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Der
Wilde Westen. Kaum ein amerikanischer Mythos ist
klischeehafter, kaum eine andere Epoche in der
Geschichte der Vereinigten Staaten verklärter
und verfälschter als die Besiedlung des nordamerikanischen
Westens.
Gute Cowboys, böse Indianer, böse Soldaten,
gute Indianer, je nachdem. Im Spagat zwischen historischer
Authentizität und fesselnder Romanhandlung
hat der aus Ebsdorfergrund stammende Alfred Wallon
seinen "Geistertanz" angelegt, dessen
Untertitel auf das Massaker von Wounded Knee in
Süddakota hinweist.
Der gelernte Industriekaufmann Wallon startete
seine Autorenkarriere im Genre der Heftromane -
ein Terrain, das er inzwischen weit hinter sich
gelassen hat. Mit dem Anspruch möglichst exakter
geschichtlicher Recherche hat er für "Geistertanz" Zeitzeugenberichte
studiert und die US-Geschichtsbücher des späten
19. Jahrhunderts gewälzt.
Mittlerweile ist Wallon Mitglied der US-Schriftstellervereinigung "Western
Writers of America" - und plant die Veröffentlichung
seines nächsten historischen Indianerromans:
Im Herbst dieses Jahres, pünktlich zur Frankfurter
Buchmesse, erscheint "Mangas Coloradas".
Carsten Beckmann
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