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Rezension "Amerindian
Research" - Heft 03 / 2008
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Der
vorliegende Roman präsentiert
zwar eine frei erfundene
Handlung, zeigt aber trotzdem sehr deutlich den
Alltag in einer
Reservation der Diné (Navajo). Auch wenn
der Leser einen Roman
mit einer frei erfundenen Handlung vor sich liegen
hat, so kann er
sicher sein, dass er viel authentisches über
die Kultur der Diné
(Navajo) erfährt.
Eigentlich haben wir es hier mit einem Kriminalfall
zu tun.
Eine Fabrik auf dem Reservationsgelände erweist
sich als Ursache
für das vergiftete Wasser, nach dessen Genuss
viele der
Reservationsbewohner erkranken. Aber es gibt auch
Menschen, die eine
Konfrontation mit dem Werk und seinen Betreibern
nicht scheuen.
Schließlich kommt es sogar zum Mord an Angehörigen
der Diné.
Als dann jedoch die mutmaßlichen Mörder
zuerst freigesprochen
werden und dann auf mysteriöse Weise umkommen,
wird ein FBI Agent
in die Reservation geschickt.
Dort freundet er sich bald mit dem Hauptverdächtigen
an. Die
beiden gehen eine enge Beziehung ein, die nicht
nur von ihnen
allein bestimmt wird. Dabei spielen dunkle Mächte
eine Rolle und
der Leser bekommt einen Einblick in die Mystik
der Diné.
Trotz
dieser mystischen Aspekte ist der vorliegende
Roman keine esoterische
Geschichte. Die Handlung gewinnt zunehmend an
Spannung
und so ganz nebenbei erfährt der Leser viele
Einzelheiten zur
Geschichte und zur Kultur der Diné (Navajo). |
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Rezension "Magazin
für Amerikanistik" - 01 / 2008
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Dieser
Roman ist im amerikanischen Südwesten angesiedelt,
eine Region, die hierzulande häufig etwas
stiefmütterlich behandelt wird. Oberflächliche
Reisende assoziieren sie in der Regel nur mit dem
Grand Canyon und dem Monument Valley - zweifellos
spektakuläre Naturwunder, die man gesehen
haben muss.
Aber entscheidend ist: Hier befindet
sich das Land der Navajo, die größte
Indianerreservation der USA mit einem Volk von
170.000 bis 200.000 Angehörigen. Die Geschichte
der Navajo spiegelt die ganze Tragik der indianischen
Unterwerfung wider, aber sie sind ein stolzes,
ein zähes und ein traditionsbewusstes Volk.
Wer das Land der Navajo besucht, der geht nicht
unbeeindruckt.
Helma Marsall hat hier eine spannende
Kriminalgeschichte angesiedelt. Ein junger FBI-Agent
wird beauftrag, den seltsamen Tod von zwei Männern
aufzuklären. In Verdacht gerät der Navajo
Ayateh. Auf der Suche nach der Wahrheit kommt es
zu einer freundschaftlichen Verbindung zwischen
diesen beiden unterschiedlichen Männern. Dabei
offenbaren sich tief greifende Mentalitätsunterschiede,
die zu tragischen Missverständnissen führen.
Ayateh steht im Bann böser Mächte, und
nur der Tod scheint für ihn die Lösung
aller Probleme zu sein.
Die Autorin lässt
Mystik und Realität im indianischen Reservationsleben
miteinander verschmelzen. Die Geschichte wird getragen
vom Wissen um die Philosophie und Weltsicht eines
Indianervolkes, das sich aus der Unterwerfung im
19. Jahrhundert wieder emporgekämpft hat.
Eine einfühlsam erzählte, packende Geschichte,
die nicht nur unterhält, sondern eindringlich
das Leben in einer uns sehr fernen Welt beschreibt,
deren Alltag Probleme aufwirft, die uns in Europa
fremd und unwirklich scheinen. Eine hervorragende
erzählerische Leistung.
Dietmar Kuegler
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Rezension "Media-Mania.de"
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Der
junge FBI-Agent David Watkins erhält einen scheinbar unkomplizierten
Routineauftrag: Er soll den etwas ungewöhnlichen
Tod zweier Männer aufklären.
Als Watkins mit seinen Recherchen beginnt, erkennt
er schnell, dass dieser Fall ganz und gar nicht
alltäglich
zu werden verspricht. Die Suche nach einem Verdächtigen
führt ihn in das Reservat der Navajo-Indianer.
Er verfolgt die Spur des jungen Schamanen Ayatéh.
Dabei erkennt er rasch die besonderen Veranlagungen
dieses jungen Mannes, der ganz offensichtlich eine
Verbindung zur Geisterwelt und den mystischen Traumwelten
der Indianer hat.
Obwohl Watkins sich darüber im Klaren ist, dass
er mit Ayatéh den einzigen Verdächtigen
in diesem Mordfall vor sich hat, beginnt er, sich
mit ihm anzufreunden. Seine eigentliche Aufgabe,
diesen Mann der Gerichtsbarkeit zuzuführen,
vergisst er darüber fast völlig. Watkins
ist fasziniert von dieser Welt, in der Ayatéh
zu Hause ist, und beginnt viele Dinge mit ganz
anderen Augen zu sehen.
Aber nicht nur Watkins muss mit einem Interessenkonflikt
fertig werden: Auch der junge Navajo steht vor
einer schwierigen Entscheidung. Sein Ziel ist es,
den FBI-Agenten
zu töten, aber sein Inneres widersetzt sich.
Aus unerklärlichen Gründen hat er das Gefühl,
auf eine seltsame Weise mit Watkins verbunden zu
sein - und jedes Unglück, dass dem Gesetzeshüter
widerfahren würde, könnte auch Ayatéh
treffen.
Als der FBI-Mann schließlich doch sein Team
einsetzt, um den Navajo endgültig zu überführen,
scheint die Katastrophe unabwendbar zu sein. Wird
es ihnen gelingen, diesem tödlichen Sumpf zu
entfliehen und die Hindernisse zu überwinden,
die eine Welt voller Unverständnis und Ungläubigkeit
ihnen in den Weg stellt?
Die spannungsgeladene Handlung dieses Buches überrascht
immer wieder. Das ist ein Krimi, wie er packender
nicht sein könnte - und nicht nur Liebhaber
von Indianerliteratur werden davon gefesselt sein.
Dieser Roman wirkt so real, dass man streckenweise
glaubt, selbst Teil dieser Geschichte zu sein.
Auf jeden Fall fällt es schwer, das Buch aus
der Hand zu legen, bevor man die Story zu Ende
gelesen hat.
Helma Marsall legt mit „Im Banne des Coyoten“ ihren
Debütroman vor. Sie erzählt von der Problematik
der Indianer, die heute in den USA leben. Das im
Jahr 1868 gegründete, heute weitgehend selbständige
Reservat der Navajo ist flächenmäßig
das größte Indianerreservat der USA.
Es erstreckt sich vom Nordwesten Arizonas bis hinein
nach New Mexico. Etwa 90% der Navajo-Indianer leben
in diesem Reservat. Das Regierungsgebäude
steht in Windows Rock und beherbergt 74 Volksvertreter.
Sie versuchen, den manchmal schier unmöglichen
Drahtseilakt zwischen moderner Lebensform und überlieferten
Stammesriten auszugleichen. Nach vielen Problemen,
die die Najavo insbesondere mit der BIA, dem Bureau
of Indian Affairs, hatten, suchen sie immer weiter
nach Wegen, ihre eigene Identität zu behaupten.
„Im Banne des Coyoten“ ist ein sozialkritischer
Krimi, der vor dieser Problematik nicht die Augen
verschließt. In sehr bildhaften Worten beschreibt
die Autorin die grandiose Natur des Reservates
und gibt den beiden Protagonisten Charakterzüge,
die eine regelrechte Identifikation mit ihnen möglich
machen. Das Buch ist leicht zu lesen und lässt
Bilder vor dem inneren Auge entstehen, denen man
sich kaum entziehen kann. Ein absolut lesenswerter Kriminalroman, der wirklich
Lust auf mehr macht. |
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